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Güterverkehr und Logistik

Straße mit stärkstem Wachstum im deutschen Güterverkehrsmarkt

Güterverkehrsmarkt in Deutschland
[in % auf Basis der Verkehrsleistung]

Wachstumsrate

Marktanteil

2015

2014

2015

2014

Schienengüterverkehr

~+1,5

0,0

17,3

17,2

     DB-Konzern

~–5,1

–0,6

10,7

11,5

     DB-konzernexterne Bahnen

~+14,5

+1,2

6,5

5,8

Straßengüterverkehr

~+2,5

~+2,3

71,8

71,0

Binnenschiff

~–7,0

–1,6

8,3

9,0

Rohrfernleitungen

~+1,0

–3,5

2,7

2,7

Gesamtmarkt

~+1,4

~+1,3

100

100

Die Daten für die Jahre 2014 und 2015 entsprechen den per Februar 2016 
verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Die Marktanteile je 
Verkehrsträger sind gerundet. 

Der deutsche Güterverkehrsmarkt startete 2015 zunächst schwach. Dabei machten sich unter anderem die trotz des erneut milden Winters abgeschwächten Impulse aus dem Baugewerbe bemerkbar. Gestützt auf positive Konjunktureffekte aus einem robusten Binnenmarkt und einem dynamischen Außenhandel nahm die Wachstumsdynamik der Transportnachfrage im Jahresverlauf zu. Im Gesamtjahr stieg die Transportnachfrage um etwa 1,4% an, wobei die einzelnen Verkehrsträger sich sehr unterschiedlich entwickelten. Das Marktwachstum wurde ausschließlich durch den Straßengüterverkehr getragen, der seine Marktposition um fast 1 Prozentpunkt verbesserte. Während die Schiene trotz der Streikfolgen noch ein moderates Leistungsplus aufwies, ging die Leistung der Binnenschifffahrt infolge des lang anhaltenden Niedrigwassers deutlich zurück. 

Schiene

  • Leistung verzeichnete einen moderaten Anstieg trotz der Einschränkungen durch Unwetter zu Beginn des Berichtsjahres und der Folgen der GDL-Streiks. Dabei standen Zuwächsen bei unter anderem Automotive und Steinkohle teils deutliche Rückgänge in Bereichen wie zum Beispiel Chemie und forstwirtschaftliche Erzeugnisse gegenüber. Der Kombinierte Verkehr (KV) entwickelte sich annähernd auf Vorjahresniveau.
  • Marktanteil der Schiene lag nur aufgrund des starken Rückgangs der Binnenschifffahrt trotz der Streikbelastungen leicht oberhalb des Vorjahres.
  • Rückgang der DB-Verkehrsleistung um 5,1% infolge einer hohen Kundenverunsicherung im gesamten Jahr aufgrund der Streiks der GDL. Ein weiterer wichtiger Grund für die rückläufige Leistungsentwicklung waren Qualitätsprobleme.
  • Zuwächse bei DB-Verkehren von vor allem Steinkohle, Papier, Zement, Kalk und Gips standen teils deutliche Einbußen in Bereichen wie beispielsweise Steine/Erden, Automotive, Chemie und vor allem im KV gegenüber.
  • DB-Marktanteil fiel intramodal von 66,4% auf 62,1% und intermodal von 11,5% auf 10,7%.
  • DB-konzernexterne Bahnen entwickelten sich wie bereits in den letzten Jahren überdurchschnittlich und konnten ihre Verkehrsleistung vor allem infolge starker Verkehrsverlagerungen vom DB-Konzern um etwa 14,5% steigern.
  • Die stärksten Zuwächse verzeichneten die DB-konzernexternen Bahnen in den Bereichen KV, Automotive, Mineralölerzeugnisse und Baustoffe.

Straße

  • Entwicklung gewann nach verhaltenem Jahresauftakt an Dynamik und fiel überdurchschnittlich aus.
  • Wachstumsimpulse kamen sowohl aus Außenhandel als auch aus robuster Entwicklung des Binnenmarktes.
  • Straße profitierte auch von einer gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit vor allem infolge weiter rückläufiger Dieselpreise sowie niedrigerer Mautkosten und Verkehrsverlagerungen von der Schiene.
  • Wie bereits in den Vorjahren konnten sich gemäß der Mautstatistik des Bundesamtes für Güterverkehr die im Ausland zugelassenen Lastkraftwagen (Lkw) deutlich überdurchschnittlich entwickeln.
  • Die Marktposition konnte weiter ausgebaut werden. 

Binnenschiff

  • Nachdem die Binnenschifffahrt im ersten Halbjahr unter anderem von einer gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit und Verkehrsverlagerungen von der Schiene profitierte, verlor die Leistungsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte infolge des extremen Niedrigwassers stark an Dynamik und blieb deutlich hinter dem Vorjahr zurück.
  • Transportsteigerungen bei Kokerei- und Mineralölerzeugnissen standen insbesondere Rückgänge bei Verkehren von Erzen, Steine/Erden, Kohlen und Sekundärrohstoffen gegenüber.
  • Marktanteil ging deutlich zurück.

Europäischer Schienengüterverkehrsmarkt stagnierte

Die Verkehrsleistung im europäischen Schienengüterverkehr (EU 28, Schweiz und Norwegen) stagnierte 2015 und blieb annähernd auf Vorjahresniveau. Gründe hierfür waren unter anderem verhaltene Impulse aus den schienenaffinen Branchen sowie teilweise deutliche Nachfragerückgänge insbesondere in der Kohlebranche. Weiterhin wirkten Negativeffekte infolge der Ukraine-Krise. 2015 war geprägt durch ein schwaches erstes Halbjahr und eine Stabilisierung der Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte. Gestützt wurde die Entwicklung durch die fortschreitende konjunkturelle Erholung, die sich unter anderem in einer gestiegenen Nachfrage aus der Automobil- und Bauindustrie sowie im KV niederschlug.

In einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld zeigten sich regional weiterhin deutliche Unterschiede. Auf Basis bisheriger Erkenntnisse gab es beispielsweise Zuwächse bei der französischen Fret SNCF und der kroatischen HZ Cargo sowie Rückgänge bei der polnischen PKP Cargo und der tschechischen CD Cargo. Im europäischen Netzwerk von DB Cargo verlief die Entwicklung der Verkehrsleistung ebenfalls unterhalb des Vorjahres (rund –4%), was vor allem auf eine schwache Entwicklung in den für DB Cargo wichtigsten Märkten Deutschland und Großbritannien zurückzuführen ist.

Im Einzelnen stellt sich die regionale Entwicklung im Vorjahresvergleich wie folgt dar:

Großbritannien

  • Deutlicher Verkehrsleistungsrückgang um über 10%.
  • Starker Rückgang der Kohleverkehre aufgrund der seit 1. April 2015 wirkenden zusätzlichen Besteuerung der Kohlenstoffemissionen. Zuwächse bei Intermodal- und Baustoffverkehren konnten negative Entwicklung nicht kompensieren.
  • DB Cargo UK war vom Rückgang der Kohleverkehre stark betroffen. Die Verkehrsleistung ging um rund 10% zurück, die führende Marktposition wurde dennoch gehalten. 

Polen

  • Leichter Anstieg der Verkehrsleistung gegenüber Vorjahr um rund 1%. Hauptgründe für die moderate Entwicklung waren die Zunahme der Verkehre für die Stahlindustrie sowie die Intermodalverkehre. Dadurch konnten die stagnierende Kohlenachfrage infolge zunehmender Auswirkungen der Energiewende und die Auswirkungen der Ukraine-Krise kompensiert werden.
  • Marktführer PKP Cargo entwickelte sich leicht rückläufig (–1%), konnte seine Marktposition jedoch behaupten.
  • DB Cargo Polska konnte seine Verkehrsleistung um rund 5% steigern und den Marktanteil ausbauen. 

Frankreich

  • Positive Entwicklung aus dem Vorjahr hat sich fortgesetzt, Verkehrsleistung stieg mit rund +4% deutlich an.
  • Treiber der Entwicklung waren insbesondere Intermodal- und Chemieverkehre sowie Verkehre der Agrar- und Lebensmittelindustrie.
  • Marktführer Fret SNCF konnte von der positiven Marktentwicklung profitieren und verzeichnete einen Leistungsanstieg von über 3%.
  • Bei unserer Tochter Euro Cargo Rail stieg die Verkehrsleistung ebenfalls deutlich um rund 4% an, die Marktposition konnte weiter ausgebaut werden. 

Europäischer Landverkehr wächst moderat

Der europäische Landverkehr profitierte von der allmählichen Erholung der Wirtschaft. In der Folge entwickelte sich die reale Nachfrage trotz geopolitischer Krisen über dem Vorjahr. Eine hohe Wettbewerbsintensität und spürbarer Margendruck bewirkten jedoch, dass das Umsatzwachstum mit 1,3% moderat blieb.

DB Schenker konnte in diesem Umfeld ein nur geringfügiges Umsatzwachstum erzielen.

Luftfracht mit leichten Zuwächsen

Die Volumen im internationalen Luftfrachtmarkt entwickelten sich 2015 mit 1,3% leicht über dem Vorjahresniveau. Zu Jahresanfang wurde, bedingt durch den Streik der Seehafenarbeiter an der Westküste der USA, zwar ein starker Anstieg verzeichnet. Zur Mitte des Jahres flachte die Entwicklung der globalen Luftfracht jedoch wieder ab.

Treiber für das Marktwachstum im Jahr 2015 waren die Marktbereiche Retail, Consumer-Perishables und Chemicals, während sich andere Bereiche auf gleichem bis leicht rückläufigem Niveau entwickelten. Die wichtigsten Handelsrouten entwickelten sich differenziert. Während die Volumen zwischen Asien und Europa in beiden Richtungen rückläufig waren, wuchs die Handelsroute von Asien nach USA überproportional. Zudem zeigte sich ein starkes Wachstum auf den Routen Asien – Naher Osten und Afrika – Europa.

Die Marktkapazität in der Luftfracht stieg weiter an und übertraf nach Beendigung des Seehafenstreiks in den USA durchweg die Nachfrage im Markt. Dies zeigte sich auch in durchschnittlichen Luftfrachtraten, die auf einem konstant niedrigen Niveau blieben. Diese Entwicklung wurde durch den niedrigen Treibstoffpreis gestützt.

DB Schenker verzeichnete ein Volumenwachstum von 1,4% gegenüber dem Vorjahr.

Seefracht wächst leicht

Die Nachfrage in der globalen Seefracht stieg 2015 um 1,2% an. Dabei wuchs der stärkste Markt (Intra-Asien) nur leicht, während sich eine der volumenstärksten Routen (Asien – Europa) im Jahresvergleich sogar rückläufig entwickelte.

Ausschließlich die Marktbereiche Consumer und Industrial konnten ein Wachstum oberhalb des Marktes verzeichnen. Die Bereiche Chemicals, Automotive und Retail wiesen im Berichtsjahr nur ein geringfügiges Wachstum auf. 2015 war der Seefrachtmarkt erneut durch Überkapazitäten charakterisiert. Dies resultierte aus der schwach wachsenden Nachfrage einerseits und dem Ausbau der Kapazitäten durch Inbetriebnahme neuer Schiffe andererseits. Die Frachtraten sanken beispielsweise auf der Route Asien – Europa auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2009. Vor allem aufgrund der niedrigen Ölpreise erreichten die Carrier dennoch eine Verbesserung ihrer finanziellen Ergebnisse.

DB Schenker verzeichnete einen Volumenrückgang nach einer Portfoliobereinigung von 2,1%. Durch den Rückgang sank auch der Marktanteil. 

Kontraktlogistik anhaltend dynamisch

Im globalen Kontraktlogistikmarkt setzte sich die positive Entwicklung fort (+5,4%). Hierzu trugen alle wesentlichen Regionen bei, wenngleich die asiatischen Märkte weiterhin überdurchschnittliche Wachstumsraten aufwiesen. Insbesondere die Nachfrage aus den Kernindustrien wie Healthcare und Consumer nahm zu. Lagerflächen in Industrie und Handel verzeichneten insgesamt eine gute Auslastung bei stabiler Auftragslage.

DB Schenker erzielte in einem wettbewerbsintensiven Umfeld ein Umsatzwachstum von über 10% und konnte seine Marktposition ausbauen.

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