Themenauswahl: Alle Inhalte Ändern
  • Suche
  • Druck-Center
  • Download Center
  • Interaktiver Kennzahlenvergleich
  • Über diesen Bericht
  • IR-Kontakt
  • Feedbackformular

Personenverkehr

Solides Marktwachstum in Deutschland

Personenverkehrsmarkt in
Deutschland [in % auf Basis
der Verkehrsleistung]

Wachstumsrate

Marktanteil

2015

2014

2015

2014

Motorisierter Individualverkehr

+1,5

+2,0

84,8

84,7

Schienenpersonenverkehr

–0,0

–0,2

8,0

8,1

     DB-Konzern

–0,2

–0,9

7,1

7,2

     DB-konzernexterne Bahnen

+4,4

+6,4

0,9

0,9

Öffentlicher Straßenpersonenverkehr

+1,0

+1,5

6,4

6,4

     DB-Konzern

–1,3

–2,1

0,7

0,7

Luftverkehr (innerdeutsch)

+1,4

+0,6

0,9

0,9

Gesamtmarkt

+1,3

+1,7

100

100

Die Daten für die Jahre 2014 und 2015 entsprechen den per Februar 2016 
verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Die Marktanteile je 
Verkehrsträger sind gerundet und können daher in Summe von 100 abweichen.

Der deutsche Personenverkehrsmarkt wuchs 2015 wie schon im Vorjahr deutlich stärker als im langjährigen Durchschnitt. Gründe hierfür waren neben den kräftig gesunkenen Kraftstoffpreisen höhere Bevölkerungs- und Erwerbstätigenzahlen sowie merklich gestiegene verfügbare Realeinkommen.

Auch der intensive intermodale Wettbewerb stützte das Wachstum. Fernbusanbieter und Low-Cost-Airlines bauten ihr Angebot aus. Eine damit veränderte Preiswahrnehmung führte zu Leistungsverschiebungen zwischen den Verkehrsträgern. Wiederholte Streiks von Piloten und Lokführern beeinflussten die Verkehrsmittelwahl.

Motorisierter Individualverkehr

  • Laut eigenen Berechnungen stieg die Verkehrsleistung deutlich.
  • Wesentliche Treiber waren gesunkene Kraftstoffpreise und gestiegene verfügbare Realeinkommen.
  • Entwicklung wurde durch wiederholte Streiks im Schienen- und Luftverkehr unterstützt.
  • Marktanteil stieg leicht.

Schienenpersonenverkehr

  • Verkehrsleistung blieb stabil.
  • Negative Einflüsse gingen von Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) aus. Niedrigpreisangebote im Buslinienfernverkehr und gestiegene Attraktivität des motorisierten Individualverkehrs wirkten zudem dämpfend.
  • Fernverkehr verzeichnete Leistungsplus durch starke Nachfrage nach DB-Aktionsangeboten.
  • Nahverkehr zeigte einen leichten Rückgang aufgrund von Streiks und starkem intermodalen Wettbewerb.
  • DB-Verkehrsleistung leicht unter Vorjahr. DB Fernverkehr legte vor allem durch gute Akzeptanz von Aktionsangeboten zu. DB Regio wies insbesondere infolge von Ausschreibungsverlusten in Nordrhein-Westfalen und Thüringen Einbußen aus.
  • DB-konzernexterne Bahnen konnten ihre Verkehrsleistung vor allem im Nahverkehr steigern.
  • Marktanteil des Schienenpersonenverkehrs (SPV) ging leicht zurück.

Öffentlicher Straßenpersonenverkehr

  • Verkehrsleistung stieg an.
  • Kräftiges Wachstum im Buslinienfernverkehr:
    • Angebot wurde um rund 30% ausgebaut.
    • Anbieter kooperierten verstärkt und expandierten bevorzugt im grenzüberschreitenden Verkehr.
    • Streiks im Schienen- und Luftverkehr erhöhten die Nachfrage zusätzlich.
    • Gestiegene Attraktivität des motorisierten Individualverkehrs bremste Leistungszugewinne.
  • Busliniennahverkehr ging aufgrund abnehmender Schüler- und Auszubildendenverkehre leicht zurück.
  • DB-Verkehrsleistung ging durch schwächere Nachfrage im Liniennahverkehr des ländlichen Raumes und Bereinigungen des Geschäftsportfolios zurück.
  • Marktanteil blieb stabil.

Luftverkehr

  • Verkehrsleistung stieg an.
  • Nachfrage wurde von steigenden verfügbaren Realeinkommen getragen. Angebot gewann durch gesunkene Ticketpreise und ausgeweitete Kapazitäten an Attraktivität:
    • Sinkende Kerosinkosten ermöglichten Airlines ohne langfristige Hedging-Verträge Preissenkungen.
    • Wiederaufnahme innerdeutscher Verbindungen durch Ryanair führte zu intensiverem Wettbewerb.
  • Wiederholte Streiks von Piloten und Flugbegleitern verhinderten stärkere Zuwächse.
  • Marktanteil blieb unverändert.

Europäischer Personenverkehrsmarkt legt leicht zu

Die wirtschaftliche Erholung vieler Volkswirtschaften brachte positive Rahmenbedingungen für den europäischen Personenverkehr mit sich, wenngleich auf unterschiedlichem Niveau.

Der europäische SPV steigerte seine Leistung um rund 0,5%. Dazu trugen vor allem deutliche Zugewinne in Großbritannien, Italien, Polen, Spanien und Tschechien bei, die Rückgänge in Frankreich kompensierten.

In mehreren europäischen Ländern schritt die Liberalisierung der Personenverkehrsmärkte voran. Frankreich liberalisierte den Buslinienfernverkehr, in Portugal schrieb die Hauptstadt Lissabon erstmals ihre Metro- und Busverkehre aus, Finnland kündigte die Öffnung seines SPV an und Spanien diskutierte eine Wettbewerbsförderung im Hochgeschwindigkeitsverkehr.

In den für unsere Aktivitäten wichtigsten Ländern präsentierte sich die Marktentwicklung 2015 wie folgt:

Großbritannien

  • Steigende Erwerbstätigenzahlen und kräftig zunehmende Realeinkommen.
  • Anstieg der Verkehrsleistung im SPV (+3,3%).
  • Positive Wirkung durch kontinuierliche Angebotsverbesserungen infolge intensiven Wettbewerbs um ausgeschriebene Verkehrsverträge.
  • Rückgang des Verkehrsaufkommens im Busliniennahverkehr (–1,7%).
  • Arriva UK Trains mit Anstieg durch bessere Witterung.
  • Rückgang bei Arriva UK Bus durch reduzierte Stadtverkehre in London.

Niederlande

  • Moderat wachsende Erwerbstätigenzahlen und deutlich zunehmende Realeinkommen.
  • Positive Effekte durch Inbetriebnahme neuer Traxx-Lokomotiven und damit verbundene Angebotsverbesserungen zwischen Amsterdam und Rotterdam durch Niederländische Staatsbahn (NS).
  • DB Arriva mit leichtem Leistungsrückgang im SPV, aber signifikantem Aufkommenszuwachs im Busverkehr durch Betriebsaufnahme in Provinz Brabant.

Dänemark

  • Wachsende Erwerbstätigenzahlen und stark steigende Realeinkommen.
  • Zunahme der Verkehrsleistung im SPV (+1,1%).
  • Negative Effekte durch umfangreiche Infrastrukturarbeiten auf das Angebot der Dänischen Staatsbahn (DSB).
  • DB Arriva mit Leistungsanstieg im SPV und rückläufigem Aufkommen im Busverkehr. 

Schweden

  • Steigende Erwerbstätigenzahlen und deutlich zunehmende Realeinkommen.
  • Anstieg der Verkehrsleistung im SPV (+1,0%).
  • Positive Impulse durch Preissenkungen für Hochgeschwindigkeitsverbindungen und Inbetriebnahme des Hochgeschwindigkeitszuges X 2000 durch Schwedische Staatsbahn (SJ) sowie Aufnahme eigenwirtschaftlicher Verkehre zwischen Stockholm und Göteborg durch MTR.
  • DB Arriva mit deutlich gestiegener Verkehrsleistung im SPV sowie rückläufigem Aufkommen im Busverkehr.

Italien

  • Moderat wachsende Erwerbstätigenzahlen und Realeinkommen.
  • Leistungsgewinne im SPV (+4,1%).
  • Positive Wirkung durch sukzessive Inbetriebnahme des Hochgeschwindigkeitszuges Frecciarossa 1000 durch Italienische Staatsbahn (FS) und Aufnahme von Hochgeschwindigkeitsverkehren von Mailand nach Süditalien mit finanzieller Unterstützung des Staates.
  • Verschärfung des intermodalen Wettbewerbs nach Aufnahme erster Fernbusverbindungen durch Megabus und MeinFernbus FlixBus.
  • DB Arriva mit leichtem Aufkommensrückgang im Busverkehr.
nach oben